Krakau-Austausch Grafschafter Gymnasium Moers PDF Drucken E-Mail

 

 Zwei Moerser Gymnasien gemeinsam in Krakau

Von Heidrun Heckhausen


Am Gymnasium Filder Benden gibt es schon seit Jahren einen Schüleraustausch mit einem Lyzeum in Krakau, in diesem Jahr  waren zum ersten Mal auch  einige Schüler vom Grafschafter Gymnasium  dabei. So traf sich dann eine gemischte Gruppe recht verschlafen morgens um fünf auf dem Duisburger Bahnhof, um erst per ICE nach Berlin und dann mit einem deutlich langsameren Zug weiter nach Krakau zu reisen. Nach  gut vierzehn Stunden gemeinsamer Reise kannten sich alle untereinander und waren gespannt auf ihre polnischen Partner, die sie dort am Bahnhof erwarteten. Die jungen Polen sprachen alle mehr oder weniger gut Deutsch, gelegentlich mussten mal einige englische Vokabeln aushelfen.

Das Nowodworski-Lyzeum ist eine altehrwürdige Schule von 1588, wenn auch das jetzige Schulgebäude erst 1899 bezogen wurde. Damals hatte man offensichtlich für die Bildung (zumindest für die Bildung der Schüler dieser Schule) sehr tief in die Kassen gegriffen und ein prächtiges Gebäude mit pompösem Eingangsbereich errichtet. Dort erinnerte eine Gedenktafel an die Opfer des 2.Weltkriegs. In der Hausmeisterloge wird heute per Monitor aus mehreren Überwachungskameras angezeigt, was sich auf den Fluren abspielt. Für die Schüler beider Schulen war ein derartiges Schulgebäude eine ganz neue Erfahrung.

Die Schüler dieser Schule stammten meist aus relativ wohlhabenden Familien, so dass  die deutschen Schüler ein etwas zu rosiges Bild vom Leben in Polen bekamen. Sie freuten sich über die für uns oft günstigen Preise. Die Information, dass ein kürzlich pensionierter Lehrer knapp tausend Zloty (also knapp 250€) monatlich Rente bekommt, löste bei den jungen Moersern  erwartungsgemäß Entsetzen aus.

GGM-Schüler in Polen

Außer Unterricht standen natürlich viele andere Aktivitäten auf dem Besuchsprogramm. Eine Fahrt ging ins Konzentrationslager Auschwitz, eine andere ins Salzbergwerk Wieliczka. Führungen durch die Innenstadt, durch das ehemalige jüdische Viertel und durch das Schloss in der früheren Hauptstadt Polens ergänzten die Schüler durch ausgedehnte Einkaufsbummel. Bei den Führungen und einer Wanderung durch die grüne Umgebung Krakaus konnten Frau Heckhausen vom Grafschafter Gymnasium und Herr Kellershohn vom Gymnasium Filder Benden trotz ihrer zusammen 113 Jahre voll mit den Schülern mithalten.

Die Abende verbrachten die Schüler meist  in polnisch-deutsch gemischten Gruppen. Spannungen, die in der hohen Politik zwischen Polen und Deutschland kürzlich aufgetreten waren,  standen den guten Beziehungen zwischen  Gästen und Gastgebern nicht im Wege. So bewies diese Reise wieder einmal, dass persönliche Begegnungen ein gutes Mittel sind, über Grenzen hinweg Freundschaften zu stiften.

 

Krakauer Schüler in MoersKrakauer Schüler in Moers

Im letzten September war eine Gruppe von Schülern des Grafschafter Gymnasiums und des Gymnasiums Filder Benden gemeinsam nach Krakau gereist, jetzt kamen im März die Krakauer auf Gegenbesuch zum Niederrhein. Bei optimalem Wetter lernten die jungen Polen Moers, Köln, Bonn, Essen und Xanten kennen. Ihre Heimatstadt Krakau, die ehemalige polnische Hauptstadt, bietet auch jede Menge Geschichte, aber mit einer römischen  Vergangenheit wie Xanten kann sie nicht aufwarten. Das bei den Schülern beliebteste Museum war wieder einmal das Haus der Geschichte in Bonn. Synagogen hatten die deutschen Schüler bei ihrem Besuch in Krakau gesehen, jetzt besichtigten  Polen und Deutsche gemeinsam die Alte Synagoge in Essen. So ergänzten sich die Erlebnisse in Polen und Deutschland. Das galt natürlich auch für die privaten Kontakte, da alle Gäste wieder in den Familien ihrer Partnerschüler untergebracht waren. Sicher fanden am Abend noch außerhalb des offiziellen Besuchsprogramms viele Treffen statt,  an denen alle beteiligten Schüler viel Spaß hatten. Für März 2008 ist das nächste Treffen geplant. 


Zuletzt aktualisiert am Montag, den 16. März 2009 um 22:13 Uhr