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Wie (in)tolerant sind wir eigentlich? Pressegespräch und offenes Forum am Grafschafter Gymnasium zur „neuen religiösen Intoleranz“ PDF Drucken E-Mail

Nach mehreren Monaten Recherche haben Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 11 und 12 unserer Schule zur offenen Diskussion eingeladen. Es ging um das Thema „The New Religious Intolerance“: Respektiert Europa die abweichende Religiosität der Migrationskulturen? Mit einem Förderpreis der Ministerin für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien des Landes NRW ausgestattet, hatten sich unsere Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 11 und 12 intensiv mit der These der amerikanischen Philosophin Martha C. Nussbaum befasst, in Europa breite sich eine neue Religionsfeindlichkeit aus – vor allem dem Islam gegenüber. Zunächst hatten sie Texte der Autorin im Original durchgearbeitet und ihre Thesen in etlichen Kursen eingehend diskutiert. Anschließend setzten sie Nussbaums Thesen in einen mehrsprachigen Fragebogen um.

In Moers und vor allem auch im Austausch mit den Partnerschulen des Grafschafter Gymnasiums in Frankreich, Belgien, England und Spanien gingen sie dem Toleranzproblem mit diesem Fragebogen auf den Grund. Die Hauptfrage war letztlich recht einfach: Wie denken wir selbst und wie unsere europäischen Nachbarn über Nussbaums Thesen?

Im Pressegespräch am Grafschafter Gymnasim stellten Schülerinnen und Schüler die Hauptthesen Martha Nussbaums kurz vor, erläuterten den erarbeiteten Fragebogen und kommentierten schließlich ihre europaweit ermittelten Ergebnisse. Auch wenn die Antworten aus verschiedenen Ländern zum Teil deutliche Unterschiede aufwiesen, so waren sich die jungen Europäer in etlichen Dingen doch einig: Amerikaner seien nicht toleranter als Europäer, aber bedauerlicherweise sei die religiöse Toleranz in Europa auch nur mittelmäßig ausgeprägt. Bei der Burka zeigten nur Belgier und Deutsche einen deutlichen Hang zum Verbot, Engländer und Spanier waren hier deutlich liberaler. Und Kopftücher beunruhigen in ganz Europa nur sehr wenige Jugendliche, die meisten fühlten sich in Gegenwart einer Frau mit Kopftuch „ganz normal“. Anschließend standen die Schülerinnen und Schüler für Rückfragen und Diskussionen in einem offenen Gesprächsforum zur Verfügung, wo Detailergebnisse nochmals anhand der aushängenden Zahlen und Graphiken interessiert und kontrovers diskutiert wurden.