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Fußballprominenz im Grafschafter Gymnasium PDF Drucken E-Mail

Robin Krüger in WAZ/NRZ vom 15.2.2010
Moers Wenn achtzig Oberstufenschüler einen Freitagabend in der Schule verbringen und vor der eigentlichen Veranstaltung sogar fast eine Stunde warten, muss etwas besonderes los sein. Und in der Tat, mit Jan Schindelmeiser war ein Gast im Grafschafter Gymnasium, wie er nicht alle Tage in der Grafenstadt begrüßt werden darf. Der Manager und Geschäftsführer des Bundesligisten TSG 1899 Hoffenheim war diesmal der Gast bei „GGM im Gespräch”, bei dem die angehenden Abiturienten Menschen Fragen stellen dürfen, die etwas zu sagen haben.
Bescheiden entschuldigte er sich für die halbstündige Verspätung wegen wetterbedingter Probleme bei der Anreise. Danach ging er in aller Ruhe ausführlich auf die Fragen der Schülerinnen und Schüler ein. „Es ging ja in viele verschiedene Richtung, das hat es sehr interessant gemacht”, so der 46-Jährige im Anschluss.
Besonders interessiert zeigten sich die Heranwachsenden an der Arbeit mit Nachwuchsspielern bei der TSG. „Fußball ist manchmal eine Scheinwelt und wir wollen den jungen Menschen helfen, nicht den Bezug zur Wirklichkeit zu verlieren”, ging Schindelmeiser auf die vielschichtig gelagerte Ausbildung ein.
Dass er auch durchaus über den Tellerrand hinaus blickt, zeigte der Manager, als er von der vorbildlich positiven und sportlichen Haltung der Fußballfans in England schwärmte oder gar Stellung zur Weltwirtschaftskrise im letzten Jahr nahm. Als Bundesligamanager hat er selbst finanziell keine Probleme: „Im Profifußball geht es uns sehr gut, man ist privilegiert und ich nippe manches Mal auch am Luxus.” Doch sein Antrieb sei das Geld nicht, im Gegenteil, er halte seinen Lebensstil gerne einfach, hatte bis vor kurzem in Hoffenheim nur ein Zimmer statt einer großen Wohnung oder eines teuren Hauses.
Nach eineinhalb Stunden waren dann alle Fragen beantwortet. Lena Kalkowski und Hans Lietz, die den Abend moderiert hatten, dankten Jan Schindelmeiser, der dann auch von der wissbegierigen Schülerschaft einen herzlichen Applaus bekam.
Einen guten Rat gab er den Jungen und Mädchen abschließend noch mit auf den Weg. Denn Lehrer Ulrich Eickmeyer, der den Abend organisiert hatte, musste einige Male nachhaken, bis Schindelmeisers Auftritt unter Dach und Fach war. Dazu der Hoffenheimer: „Dran bleiben lohnt sich also.”




Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 30. April 2013 um 14:30 Uhr