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Zwischen Stahl und Kohle im Ruhrgebiet

Am Mittwochabend des 7. Oktober 2009 treffen sich ein großer Teil des Englisch Grundkurses 12 von Herrn Nitsche und ein kleiner Teil des Englisch Grundkurses 12 von Frau Böer zum Theaterbesuch in Oberhausen.

Aufgeführt wird das Theaterstück „Endstation Sehnsucht“ (der Originaltitel von Tennessee Williams lautet: “A Streetcar Named Desire“).
Dieser Theaterbesuch passt gut zum Zentralabitur, denn die vorbestimmte Lektüre lautet “A Streetcar Named Desire“, und somit ist das Theaterstück eine ideale Heranführung an das Werk.
So kommt es auch, dass sich fast alle Schüler des Englischkurses entschließen, die Inszenierung unter der Regie von Peter Carp anzuschauen.
Der Regisseur entwickelt eine eigene Interpretation des Stückes, indem er eine Verbindung zur Stadt Oberhausen und dessen Stahl- und Kohlevergangenheit aufbaut; in Anlehnung an die literarische Vorlage von Tennessee Williams beschreibt er das bescheidene, aber glückliche Leben des Ehepaars Stella und Stanley Kowalski in New Orleans, bis Stellas Schwester Blanche DuBois plötzlich in deren Leben tritt und alles auf den Kopf stellt. Blanche lebt ein Leben zwischen Lügen und Realität, mit dem Abgrund einer Hysterikerin.
Die Mittvierzigerin verwickelt Chaos und Stress, belastet die eingespielte, eheähnliche Beziehung, was wiederum zahlreiche Spannungspunkte aufkommen lässt. Wie immer schon spielt Blanche die Prinzessin, aber diesmal auf dem Klappbett, statt in ihrem verlorenen Familienerbe „Belle Rêve“.

Man folgt diesem Stück, aber stößt ständig auf Hindernisse, die die Handlung ausufern lassen; treffend hat dies eine ehemalige Grafschafter Schülerin (Anja Gohs) in ihrem Bild als eine Melange von <Sex, Drugs & Rock ’n’ Roll> verdeutlicht.
Zur Darbietung wäre zu erwähnen, dass die Schüler Blanche als übertrieben und zu hysterisch empfinden; auf der Bühne wirkt sie nahezu wahnsinnig vor Hysterie. Die Handlung wirkt teils sehr hektisch, teils flacht der Handlungsverlauf etwas ab. Der „Macho“ Stanley ist leider bisweilen viel zu nett: anders als in der Dramenvorlage wirft er viel zu wenige Gegenstände auf Blanche, obwohl sie ihn immerwährend als „Polacken“ beschimpft und zur Weißglut treibt.
Während des zwei Stunden und 40 Minuten langen Theaterstücks folgen Handlung und Atmosphäre immer konsequent einem Weg: der Zerstörung und Selbstvernichtung der Protagonistin Blanche.
Nicht geradlinig und leicht, sondern mit Störungen und Umwegen begibt sich der Zuschauer auf eine interessante Reise bei der Betrachtung dieses Stückes, das zum Ende in der Tat die „Endstation Sehnsucht“ erreicht.

Gérald Kämmerer (Klasse 12)


Zuletzt aktualisiert am Montag, den 30. November 2009 um 13:00 Uhr