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GGM im Gespräch mit der Ministerin für Schule und Weiterbildung Frau Sylvia Löhrmann am 24.03.2011 PDF Drucken E-Mail

Fotos und Plakat zur Veranstaltung am 24.03.2011


URL: www.rp-online.de/niederrheinnord/moers/nachrichten/moers/Die-Probleme-geerbt_aid_979629.html

"Die Probleme geerbt"

von Andrea Aengenheister

zuletzt aktualisiert: 25.03.2011


Moers (RP) Sylvia Löhrmann, Ministerin für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen, stellte sich gestern im Grafschafter Gymnasium zahlreichen Fragen der Schülerschaft. Nicht nur das Thema "G 8" wurde lebhaft diskutiert.

Unter dem Titel "G 8 oder G(eh) unter – wenn Überforderung zum Standard wird" leiteten die Schüler Sascha Lang und Mira Nagy die Diskussion. NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann, einst selbst Lehrerin, nahm sich gestern anderthalb Stunden Zeit, die aufkommenden Fragen im Grafschafter Gymnasium zu beantworten. G 8, das Abitur in acht Jahren, sei ein "geerbtes Problem der Vorgänger-Regierung, der Verantwortung müsse sich jedoch im Hier und Jetzt systematisch gestellt werden", so die 54-Jährige. Auf den Sinn des G 8 angesprochen, erklärt Löhrmann, die Gymnasien hätten sich selbst dafür entschieden, nach der Vorgängerregierung keine erneute Systemumstellung zu wollen. "Wir reparieren die Uhr, während sie tickt", sagt sie und erläutert eine Konzeption von sieben Handlungsfeldern, die mit Unterstützung aus der Wissenschaft entwickelt wurde, um G 8 für die Schüler zumutbar zu machen.

Doppeljahrgang

Durch die Verkürzung der Schulzeit auf zwölf Jahre bis zum Abitur kommt es im Jahr 2012/2013 zu einem so genannten "Doppeljahrgang", der die Abiturprüfung ablegt. In diesem Doppeljahrgang werden laut Löhrmann in NRW zusätzliche Landesmittel in Höhe von 1,5 Milliarden Euro an Universitäten und Fachhochschulen fließen. Diese sollen, verbunden mit Finanzspritzen der Bundesregierung, einen angemessenen Ausbau der Kapazitäten an den Hochschulen gewährleisten. Sie versichert: "Jeder, der das Zeug dazu hat, wird auch im Doppeljahrgang einen Studienplatz bekommen". Auch in den Ausbildungsbetrieben werden ihrer Ansicht nach kaum Engpässe an Lehrstellen entstehen, da die Schülerzahlen insgesamt abnehmen. Der Frage einer Schülerin, wie und ob Auslandserfahrungen mit dem verkürzten Abitur vereinbar seien, konterte sie mit der Möglichkeit einer Verlängerung der Schulzeit oder eines Auslandssemesters während des Studiums.

Schüler kritisieren Beamtenstatus

Schon bald entwickelte sich das Gespräch hin zu grundsätzlicheren Themen. So wurde von einzelnen Schülern der Beamtenstatus der Lehrer kritisiert, da sich ihrer Meinung nach einzelne Lehrer auf diesem Status ausruhen. Die Schulministerin möchte den Beamtenstatus aber nicht abschaffen. Es gäbe schon jetzt zu wenig Lehramtskandidaten. Würde die Verbeamtung in NRW nicht locken, würden viele in andere Bundesländer abwandern, so dass in NRW nicht genügend Lehrer blieben, erklärte die Grünen-Politikerin. Auch das eher mittelmäßige Abschneiden der Schulen bei "PISA", die Thematik der Gemeinschaftsschulen sowie die universitäre Ausbildung von angehenden Lehrkräften wurden von den interessierten Schülern kritisch hinterfragt und von Löhrmann engagiert erläutert.

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Zuletzt aktualisiert am Montag, den 11. April 2011 um 16:42 Uhr