Theaterbesuche von Englischschülern des GGM PDF Drucken E-Mail

Altes im neuen Gewand

Am Donnerstag, dem 30. September 2010, machen fast alle Schüler der Jahrgangsstufe 13 als gemeinschaftliches Theatererlebnis einen Tagesausflug zum Stratmanns Theater in Essen, um sich dort die englischsprachige Matineeveranstaltung “Much Ado About Nothing“ („Viel Lärm um Nichts“) von William Shakespeare anzusehen.
Allein die Anreise ist schon ein Akt für sich, denn eine suizidgefährdete Person lässt den Zug für 35 Minuten stoppen, bis es endlich weiter geht.
In Essen angekommen, füllt sich das Theater bis nahezu auf den letzten Platz.
Der frivole Beginn der Aufführung erweckt sofort die gesamte Aufmerksamkeit des vorwiegend jugendlichen Publikums: Die fünf englischen Schauspieler der English Theatre Company betreten – nur in knapper weißer Unterwäsche bekleidet – die Theaterbühne und entwickeln während des Anziehens die erste Szene des Schauspiels. Claudio – einem männlichen Model ähnelnd – hat nichts anderes im Sinne als die Zuneigung von Hero, Leonatos Tochter, zu gewinnen.

Am Donnerstag, dem 30. September 2010, machen fast alle Schüler der Jahrgangsstufe 13 als gemeinschaftliches Theatererlebnis einen Tagesausflug zum Stratmanns Theater in Essen, um sich dort die englischsprachige Matineeveranstaltung “Much Ado About Nothing“ („Viel Lärm um Nichts“) von William Shakespeare anzusehen.
Allein die Anreise ist schon ein Akt für sich, denn eine suizidgefährdete Person lässt den Zug für 35 Minuten stoppen, bis es endlich weiter geht.
In Essen angekommen, füllt sich das Theater bis nahezu auf den letzten Platz.
Der frivole Beginn der Aufführung erweckt sofort die gesamte Aufmerksamkeit des vorwiegend jugendlichen Publikums: Die fünf englischen Schauspieler der English Theatre Company betreten – nur in knapper weißer Unterwäsche bekleidet – die Theaterbühne und entwickeln während des Anziehens die erste Szene des Schauspiels. Claudio – einem männlichen Model ähnelnd – hat nichts anderes im Sinne als die Zuneigung von Hero, Leonatos Tochter, zu gewinnen.


Die ansonsten sehr einfach gehaltene Bühne lässt viel Platz für eine skurrile und schrille Aufführung.
In literarischer Anlehnung zum Original kann man Szenen aus dem Urstück erkennen, allerdings werden diese Passagen sehr verzerrt präsentiert.
Der Regisseur und die künstlerische Leitung lassen Shakespeare in einem ganz neuen und modernen Licht erblühen; in einem Licht, das in Diskrepanz zu jedem anderen herkömmlich aufgeführten Shakespeare Stück steht.
So entwickelt sich die Komödie – geprägt durch einfachste Mittel, aber mit einer Vielzahl auffälliger und kreativer Sketche – in der Fantasie des Zuschauers.
Herausragende Schauspieler, die ihr Handwerk gut beherrschen, verkörpern die Charakterzüge der unterschiedlichen Protagonisten. Ein älterer Schauspieler tritt in diesem Stück sogar in drei (!) verschiedenen Rollen auf: er spielt Don Pedro, Leonato und Don John, und es gelingt ihm ausgezeichnet mit Hilfe schnell wechselnder Kleidung den Kontrast von charakterlich guter und schlechter Person darzustellen.
Die Zuschauer verfolgen von gelangweilt bis enthusiastisch die Handlung des Stückes und, obwohl die Schauspieler sehr akzentuiertes und deutliches Englisch sprechen, fällt es vielfach nicht leicht, der schnellen Sprache zu folgen.
Einige Zuschauer mögen die Aufführung vor allem wegen der knapp bekleideten Schauspieler; andere empfinden die künstlerische Umsetzung für viel zu modernisiert. So sind die Gemüter aufgrund unterschiedlicher Empfindungen geteilt, aber insgesamt lässt sich sagen, dass sich der Besuch dieser zweistündigen Inszenierung gelohnt hat.

Gérald Kämmerer (Jahrgangsstufe 13)

Weitere wichtige Informationen zum Shakespeare Theaterstück unter:
www.english-theatre-company.de


» Much ado about nothing - Reviews


Theater erlebt

Am Mittwochabend des 7. Oktober 2009 treffen sich ein großer Teil des Englisch Grundkurses 12 von Herrn Nitsche und ein kleiner Teil des Englisch Grundkurses 12 von Frau Böer zum Theaterbesuch in Oberhausen.

Zwischen Stahl und Kohle im Ruhrgebiet

Am Mittwochabend des 7. Oktober 2009 treffen sich ein großer Teil des Englisch Grundkurses 12 von Herrn Nitsche und ein kleiner Teil des Englisch Grundkurses 12 von Frau Böer zum Theaterbesuch in Oberhausen.

Aufgeführt wird das Theaterstück „Endstation Sehnsucht“ (der Originaltitel von Tennessee Williams lautet: “A Streetcar Named Desire“).
Dieser Theaterbesuch passt gut zum Zentralabitur, denn die vorbestimmte Lektüre lautet “A Streetcar Named Desire“, und somit ist das Theaterstück eine ideale Heranführung an das Werk.
So kommt es auch, dass sich fast alle Schüler des Englischkurses entschließen, die Inszenierung unter der Regie von Peter Carp anzuschauen.
Der Regisseur entwickelt eine eigene Interpretation des Stückes, indem er eine Verbindung zur Stadt Oberhausen und dessen Stahl- und Kohlevergangenheit aufbaut; in Anlehnung an die literarische Vorlage von Tennessee Williams beschreibt er das bescheidene, aber glückliche Leben des Ehepaars Stella und Stanley Kowalski in New Orleans, bis Stellas Schwester Blanche DuBois plötzlich in deren Leben tritt und alles auf den Kopf stellt. Blanche lebt ein Leben zwischen Lügen und Realität, mit dem Abgrund einer Hysterikerin.
Die Mittvierzigerin verwickelt Chaos und Stress, belastet die eingespielte, eheähnliche Beziehung, was wiederum zahlreiche Spannungspunkte aufkommen lässt. Wie immer schon spielt Blanche die Prinzessin, aber diesmal auf dem Klappbett, statt in ihrem verlorenen Familienerbe „Belle Rêve“.

Man folgt diesem Stück, aber stößt ständig auf Hindernisse, die die Handlung ausufern lassen; treffend hat dies eine ehemalige Grafschafter Schülerin (Anja Gohs) in ihrem Bild als eine Melange von verdeutlicht.
Zur Darbietung wäre zu erwähnen, dass die Schüler Blanche als übertrieben und zu hysterisch empfinden; auf der Bühne wirkt sie nahezu wahnsinnig vor Hysterie. Die Handlung wirkt teils sehr hektisch, teils flacht der Handlungsverlauf etwas ab. Der „Macho“ Stanley ist leider bisweilen viel zu nett: anders als in der Dramenvorlage wirft er viel zu wenige Gegenstände auf Blanche, obwohl sie ihn immerwährend als „Polacken“ beschimpft und zur Weißglut treibt.
Während des zwei Stunden und 40 Minuten langen Theaterstücks folgen Handlung und Atmosphäre immer konsequent einem Weg: der Zerstörung und Selbstvernichtung der Protagonistin Blanche.
Nicht geradlinig und leicht, sondern mit Störungen und Umwegen begibt sich der Zuschauer auf eine interessante Reise bei der Betrachtung dieses Stückes, das zum Ende in der Tat die „Endstation Sehnsucht“ erreicht.

Gérald Kämmerer (Klasse 12)


Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 14. Januar 2011 um 18:33 Uhr